Fenster reparieren: Selber machen oder reparieren lassen

Ein kleiner Kratzer, ein verzogener Fensterflügel - es gibt Mängel, die Sie selbst reparieren können und solche, die Sie reparieren lassen sollten.

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Warum sollten Schäden am Fenster zeitnah repariert werden?

Kaputte Fenster können die Heizkosten in die Höhe treiben, durch eintretende Feuchtigkeit Schäden am Mauerwerk verursachen und schlimmstenfalls auch noch das Einbruchsrisiko erhöhen.

Aber auch auf den ersten Blick geringfügig wirkende Schäden, wie ein schlecht schließendes Fenster, können – wenn der Mangel nicht behoben wird – das ganze Fenster lädieren. So können anfänglich geringe Kosten für kleine Reparaturen, bedingt durch Untätigkeit schnell steigen.

Vorsicht: Besondere Vorsicht gilt jedoch zunächst bei Einbruch, Eigentums- oder Mietwohnungen. Hier sollten Sie zunächst den Fall mit Versicherung, Eigentümergemeinschaft oder Vermieter (schriftlich) klären. 

In den folgenden Kapiteln erfahren Sie, in welchem Fall Sie selbst tätig werden können und wann Sie einen Profi zu Rate ziehen sollten.

Fenster reparieren – das können Sie selbst machen

Grundsätzlich sollten Sie neue oder noch relativ neue Fenster reparieren lassen, da man als Laie schlimmstenfalls mehr Schaden als Nutzen verursacht.

Folgende Reparaturen an (alten Holz-)Fenstern können Sie jedoch selbst vornehmen:

1. Fensterbeschläge ölen

Problem: Fenster schließen und öffnen nicht mehr richtig

Schauen Sie sich die Beschläge Ihrer Fenster an. Wirken diese schwergängig und “trocken”? Nehmen Sie etwas Maschinenöl für den Haushalt (evtl. Nähmaschinenöl) zur Hand. Ölen Sie die Beschläge behutsam mit etwas Öl ein. Prüfen Sie, ob sich die Fenster leichter öffnen und schließen lassen.

2. Verzogene Fenster nachjustieren

Problem: Fenster schließen und öffnen nicht mehr richtig

Lassen sich Ihre Fenster auch nach einer Ölung noch nicht flüssig öffnen und schließen, kann es sein, dass sich das Fenster verzogen hat.
In diesem Fall müssen die Schrauben am Fenster nachjustiert werden, um das Fenster wieder in die richtige Position zu bringen. Hierbei sollten Sie behutsam vorgehen, um die Situation nicht zu verschlimmern. Nehmen Sie einen für Ihr Fenster passenden Inbusschlüssel zur Hand. Am Rahmen des Fensters finden Sie eine Schraube, die Sie mittels des Schlüssels bewegen können. Drehen Sie vorsichtig die Schraube, bis das Fenster die richtige Stellung erreicht hat.

3. Kratzer entfernen

Problem: Kratzer auf der Glasscheibe sieht unschön aus und könnte sich zum Riss entwickeln

Beachten Sie, dass Sie nur leichte und ganz oberflächliche Kratzer selbst behandeln sollten. Tiefergehende Kratzer können Sie mit einer gut gemeinten Behandlung noch verschlimmern.
Ist ein oberflächlicher Kratzer gegeben, können Sie etwas Glaspoliturpaste zur Hand nehmen. Sie benötigen außerdem eine Bohrmaschine sowie einen entsprechenden Polieraufsatz für selbige. Befestigen Sie den Aufsatz auf der Maschine und geben Sie etwas Paste auf die Stelle. Polieren Sie nun sehr vorsichtig den Kratzer.

4. Kaputte Dichtungen austauschen

Problem: Durch die kaputten Dichtungen zieht es oder tritt Feuchtigkeit ein

Sind die Fenster undicht, gelangen Zugluft und Feuchtigkeit ins Innere. Wärme geht nach außen verloren. Das wiederum lässt die Heizkosten steigen. Die entstehende Feuchtigkeit begünstigt außerdem die Schimmelbildung. Erfahren Sie in unserem Beitrag, wie Sie selbst Ihre Fenster abdichten können. 

Fenster nach Einbruch reparieren

Infolge eines Einbruchs kann das Fenster auf verschiedene Weise beschädigt werden. Ist das Fenster nicht mehr nutzbar bzw. vollends beschädigt, ist meist der erste Instinkt, dieses sofort reparieren zu lassen.

Das ist theoretisch auch vollkommen richtig, jedoch sollten Sie vor der Beauftragung zunächst den Fall mit der Versicherung und evtl. mit der Eigentümergemeinschaft oder Ihrem Vermieter klären. Halten Sie jegliche Vereinbarungen unbedingt schriftlich fest.

Natürlich sollen Sie das Fenster nicht ganz sich selbst überlassen. Schäden durch eintretende Feuchtigkeit oder einer horrende Nebenkostenabrechnung (Heizung) können Sie vorbeugen. Schließen Sie bestenfalls Rollladen oder Raffstore und dichten Sie das Fenster – auch wenn das sehr provisorisch wirken mag – mit Folie ab.

Entfernen Sie außerdem evtl. Scherben, um das Verletzungsrisiko zu senken.

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Fenster reparieren lassen: Reparaturen, die Sie nicht selbst vornehmen sollten

Geringfügige Mängel wie oberflächliche Kratzer oder leicht verzogene Fenster können Sie meist selbst beheben. Für folgende Fälle, oder wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie vorgehen sollten, sollten Sie unbedingt einen Experten konsultieren.

Wohlgemeinte Versuche können geringe Schäden verschlimmern und im Endeffekt höhere Kosten verursachen, als dies ursprünglich der Fall war.

  • Tiefe Kratzer: Tiefe Kratzer können sich schnell zu Rissen entwickeln, die Sie keinesfalls selbst beheben sollten.
  • Risse im Fensterglas: Sind im Fensterglas bereits Risse zu sehen, birgt das die Gefahr, dass die Scheibe gänzlich bricht. Weiterhin kann durch den/die Risse Feuchtigkeit sowie kalte Luft eindringen. Zugluft stört die Wohnatmosphäre und das Fensterglas wird “blind”. In der Regel wird hier die ganze Scheibe ausgetauscht.
  • Zerbrochenes Fensterglas: Hier kommen zu möglichen Schäden durch Feuchtigkeit und kalte Luft noch das erhöhte Einbruchsrisiko hinzu. Bei mehrfach verglasten Fenstern können bestenfalls nur einzelne Glasscheiben ausgetauscht werden. Die Reparatur bzw. den Austausch einer zerbrochenen Glasscheibe sollten Sie unbedingt einer Fachkraft überlassen. Eine falsche Montage ist schnell passiert und kann Spannungen im Fensterglas verursachen, die zu neuen Rissen (oder Brüchen) im Glas führen können.
  • Feuchtigkeitsschäden: Ihr Fenster sowie die nähere Umgebung fühlen sich feucht an? Handelt es sich vielleicht sogar um ein Holzfenster, dessen Material sich plötzlich weich anfühlt? Hier ist höchste Alarmstufe gegeben. In der Regel ist schon ein größerer Schaden durch Feuchtigkeit vorhanden, den Sie unbedingt zeitnah durch einen Experten beheben sollten. Oftmals hilft nur noch ein Fensteraustausch.
  • Dreh-Kippfenster kippt fast aus den Angeln: Ihr Dreh-Kippfenster kippt fast aus den Angeln, wenn Sie es auf Kipp oder offen stellen möchten? Hier sind meistens das Fangband und/oder die Scherenmechanik in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch das sollte unbedingt eine Fachkraft überprüfen. 
  • Schließmechanik funktioniert nicht mehr (richtig): Funktioniert der Schließmechanismus nicht mehr oder nur noch sehr schwergängig, kann das altersbedingte Ursachen haben oder an Materialverschleiß (Gewicht des Fensters) liegen. Handelt es sich um ein Holzfenster, liegt es auch oft am Material selbst. Holz “bewegt” bzw. verzieht sich, der Schließmechanismus nicht. Es kommt zu Diskrepanzen zwischen Mechanik und Material. Um die Schließmechanik zu reparieren, muss in der Regel das ganze Fenster auseinander genommen werden.
  • Beschläge müssen ausgetauscht werden: Kann der Schließmechanismus nicht mehr bedient werden, kann das auch an den Beschlägen liegen. Diese gänzlich oder teilweise auszutauschen bedarf eines Experten. Fehler beim Austausch können höhere Schäden nach sich ziehen.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Kosten für Fensterreparaturen sind so unterschiedlich, dass pauschale Angaben lediglich als Richtlinien dienen können. Abgesehen von folgenden Faktoren, hängen die Kosten auch immer von der Preisgestaltung des Unternehmens ab:

  • Größe des Fensters
  • Fenstertyp (Rundfenster, Dreh-Kippfenster, …)
  • Art des Schadens (Glasbruch, defekter Schließmechanismus, verzogener Fensterflügel, …)
  • Ausstattung des Fensters (Sicherheitsglas, Einbruchsicherung, …)
  • Arbeitsaufwand
  • Ersatzteile

Je spezieller das Fenster und je mehr dieses mit Funktionen ausgestattet ist, desto teurer kann die Fensterreparatur werden. Eine Glasscheibe auszutauschen kostet beispielsweise mehr Zeit, als “nur” Scharniere auszutauschen. Je höher der Arbeitsaufwand, desto höher selbstverständlich auch die Kosten.

Fenster reparieren oder austauschen – wann ist die Zeit gekommen?

Ist das Fenster noch relativ neu und dicht, lohnt es sich in den meisten Fällen das Fenster zu reparieren. Sind jedoch größere Schäden – beispielsweise durch einen Einbruch, Eindringen von Feuchtigkeit oder altersbedingten Verschleiß – gegeben, lohnt es sich, das Fenster auszutauschen. 

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Aber auch wenn Sie auf ganzer Linie – Wärmedämmung, Schalldämmung und Einbruchschutz – optimale Werte erreichen wollen, sollten Sie Ihr altes Fenster austauschen. 

Das bedeutet im ersten Schritt zwar Investitionskosten, spart Ihnen aber auf lange Sicht wiederkehrende Kosten für Reparaturen und Nebenkosten für Heizung und Strom.

Bedenken Sie: Hochwertige, neue Kunststofffenster haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 50 Jahren. Stellt man dann Reparaturkosten für das alte Fenster und die Investitionskosten für das neue, hochwertige Fenster gegenüber, tilgt sich letzteres Argument von selbst.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich Mängeln vorbeugen?

Gegen Mängel am Fenster gibt es leider kein Geheimrezept. Es helfen wie bei so vielem regelmäßige Pflege und Wartung sowie ein umsichtiger Umgang mit dem Fenster, um Schäden vorzubeugen. Holzfenster sollten beispielsweise bestenfalls einmal im Jahr mit einem Schutzlack gestrichen werden. Beschläge freuen sich über eine regelmäßige Ölung. Auch die Fensterdichtungen sollten Sie regelmäßig auf Dichtheit prüfen, um Schäden durch Feuchtigkeit vorzubeugen. Grundsätzlich gilt, dass Fenster aus Kunststoff oder Alu länger leben und robuster sind als Holzfenster.

Wer zahlt die Fensterreparatur in der Eigentumswohnung?

Die Fenster in einem Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen zählen zum Gemeinschaftseigentum. So können Sie zwar als Eigentümer nicht alleine über die Art und Austauschs der Fenster in Ihrer Wohnung bestimmen, müssen jedoch oftmals auch nicht alleine die Kosten für selbige tragen. Abhängig ist dies jedoch immer von der Teilungserklärung des Hauses. Werfen Sie also unbedingt einen Blick in selbige, um herauszufinden, welche Regelungen für die Kosten im Falle einer Fensterreparatur getroffen wurden.

Kann der Vermieter die Reparaturkosten auf den Mieter umlegen?

Beauftragen Sie als Mieter niemals im Alleingang eine Fensterreparatur oder einen Fensteraustausch. Als Besteller sind Sie zunächst verpflichtet zu zahlen. 
Grundsätzlich aber muss der Vermieter für die Reparaturkosten des Fensters aufkommen. Steht jedoch fest, dass der Mieter das Fenster über Gebühr “belastet” hat, muss unter Umständen dieser die Kosten tragen. Der Vermieter kann auch die Kosten auf den Mieter umlegen, wenn der Mietvertrag eine Klausel bezüglich “Kleinreparaturen” enthält. Diese kann beinhalten, dass Reparaturen bis zu einer bestimmten “geringfügigen” Summe vom Mieter getragen werden müssen. Lassen Sie diese in jedem Fall rechtlich prüfen.

Wie bekommt ein Fensterglas Risse?

Dass ein Fenster Risse bekommt, kann unterschiedliche Ursachen haben. Ein Faktor können temperaturbedingte Spannungen bzw. Unterschiede sein. Das ist meist bei teilweise beschattetem Fensterglas der Fall. Aber auch schon bei der Produktion (Fremdkörper) oder Montage (zu hohe Spannung) entstandene Fehler können sich im Laufe der Zeit zu Rissen im Fensterglas entwickeln.

Über Stefan Kroiher
Der langjährige Geschäftsführer eines Finstral Partner Studios Stefan schätzt die Vorzüge der modernsten Fenstertechnik und des individuellen Designs. Er weiß, worauf es beim Kauf ankommt.
Stefan Kroiher