Holzfenster streichen: Einfache Anleitung & Tipps

Ein neuer Anstrich kann das Leben Ihrer Holzfenster verlängern.

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Das brauchen Sie, um Holzfenster zu streichen

  • 120er Schleifpapier
  • 2 Putzlappen
  • Eimer mit warmen Wasser
  • Neutralreiniger
  • 1 Rolle Kreppband
  • Abdeckplane oder Malervlies
  • 1 Lasurpinsel der Größe 5
  • 1 Rundpinsel
  • Wasserabweisende Holzfensterlasur für außen
  • Kleine Auffangwanne

Innen und außen Holzfenster streichen – unsere Anleitung

1. Vorbereitung: Holzfenster abschleifen

Schleifen Sie zunächst innen und außen den Fensterrahmen mit 120er Schleifpapier vorsichtig an, um den bisherigen Anstrich anzurauen. Schleifen Sie immer nur in eine Richtung um keine unschönen Spuren zu erzeugen. Ohne Abschleifen kann es sein, dass die Lasur oder Farbe nicht gut angenommen wird. Auch wenn dunkler Untergrund hell gestrichen werden soll, lohnt sich vorher ein gründliches Abschleifen.

2. Vorbereitung: Fenster absaugen

Saugen Sie nun das überschüssige Material sowie evtl. Spinnweben oder anderen Staub gründlich auf. Saugen Sie auch um das Fenster herum.

3. Vorbereitung: Fenster putzen

Geben Sie nun etwas Neutralreiniger in den Eimer mit warmen Wasser. Wischen Sie mit dem Lappen und der Mixtur außen und innen über den Fensterrahmen. Wischen Sie mit dem zweiten Lappen trocken nach. Lassen Sie den Rahmen danach gänzlich trocknen.

Ist das Fensterglas stark verschmutzt oder das letzte Mal lange her, sollten Sie das ganze Fenster putzen

4. Fenster abkleben und Boden abdecken

Kleben Sie nun entlang des Rahmens innen am Fensterglas sowie an der Wand ab. Kleben Sie dann auf gleiche Art und Weise auch außen das Fenster ab. Achten Sie darauf, dass Sie auch die Silikonfuge abkleben, diese sollte nicht mitgestrichen werden. Auch Dichtungen und Verbinder sollten abgeklebt werden.

Decken Sie den Boden unter dem Fenster mit Malervlies oder einer Plane ab.

5. Holzfenster außen streichen

Öffnen Sie nun das Fenster bzw. beide Fensterflügel, wenn gegeben. Geben Sie nun etwas Lasur in die Auffangwanne. Nehmen Sie den Rundpinsel mit etwas Lasur zur Hand. Streichen Sie mit diesem die Ecken und Stellen, an welche der große Pinsel nicht hinkommt. Nehmen Sie nun den 5er Pinsel auf. Geben Sie nicht zu viel Material auf diesen. Streichen Sie zunächst den äußeren Rahmen, dann den Fensterflügel. Verstreichen Sie die Lasur gründlich mit gleichmäßigen, leichten Bewegungen auf den großen Flächen bis das ganze Fenster lackiert ist. 

Streichen Sie immer in eine Richtung und nicht wild hin und her. 

6. Holzfenster innen streichen

Lassen Sie das Fenster noch geöffnet. Gehen Sie innen genauso wie bei Schritt 5 vor. Streichen Sie zunächst die Ecken des Innenfensters mit dem Rundpinsel. Gehen Sie dann mit dem großen Pinsel an die großen Flächen.

7. Klebeband entfernen

Ziehen Sie nun vorsichtig das Klebeband vom offenen Fenster ab. Achten Sie darauf, dass das Klebeband nicht das Fensterglas berührt. Die Lackschicht sollte sich nicht ablösen.

8. Holzfenster trocknen lassen

Lassen Sie die Lasur auf dem Holzfenster so lange wie vom Hersteller angegeben (siehe Verpackung) bei geöffnetem Fenster trocknen.

Das sollten Sie beim Streichen beachten – 5 Tipps

1. Lasur oder Lack

Beim Lack wird die Struktur abgedeckt, bei der Lasur hingegen bleibt diese erhalten. Bei letzterer kann der Holzfarbton verändert werden (oder auch nicht), beim Lack ändert sich die Farbe grundlegend. Lasur hat in der Regel höhere Schutzeigenschaften, da das Material tiefer als Lack in das Holz eindringt. Lasuren müssen jedoch häufiger erneuert werden.

Lasur oder Lack sollten bei einem Außenanstrich in jedem Fall wasserabweisend und für außen geeignet sein. 

Achten Sie darauf, dass die Lasur die Grundierung bereits enthält – so sparen Sie sich zwei Arbeitsschritte (grundieren, Grundierung trocknen lassen).

2. Fenster beim Streichen offen lassen

Lassen Sie das Fenster beim Streichen und bis die Lasur vollständig getrocknet ist, offen stehen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Fenster verklebt und beim Aufreißen des Fensters sich Lack löst oder abplatzt.

3. Die richtige Farbe

Entscheiden Sie sich für Lack, stellt sich die Frage nach der Farbe. Weiß muss bei dunklen Untergründen u.U. mehrmals gestrichen werden, heizt sich jedoch anders als dunkle Farben wie anthrazit nicht auf. Dunkle Farben decken gut, können aber bei Hitzeentwicklung aufplatzen. Ansonsten ist die Frage nach der richtigen Farbe eine Frage des Geschmacks.

4. Pinsel oder Rolle

Auch die Frage nach Pinsel oder Rolle ist eine Frage des Geschmacks. Bedenken Sie, dass mit einem Pinsel aufgetragene Farbe ein anderes Muster ergibt, als mit der Rolle aufgetragene Farbe. Mit dem Pinsel kann in der Regel mehr Farbe aufgenommen werden, mit der Rolle lässt sich die Farbe schneller verteilen.

5. Holzfenster erst streichen, dann Silikon auftragen

Möchten Sie im gleichen Zuge das Silikon an Ihrem Fenster erneuern, bietet es sich an, zuerst das Fenster zu streichen und dann Silikon aufzutragen. So bekommt der Silikonrand keine Farbe ab und deckt gut.

Holzfenster streichen oder austauschen?

Ob es sich noch lohnt das Holzfenster zu streichen oder auszutauschen, hängt zum einen davon ab, in welchem Zustand sich das Holz befindet. Ist das Material altersbedingt oder durch Witterung bereits am Splittern oder zeigt es Feuchtigkeitsschäden, ist es höchste Zeit das Fenster zu ersetzen.

Aber auch, wenn Sie Wärmedämmung, Schalldämmung und Einbruchschutz verbessern möchten, lohnt es sich das alte Holzfenster gegen ein Kunststofffenster auszutauschen um optimale Werte zu erreichen. Außerdem haben Sie dann länger Ruhe: Hochwertige, neue Kunststofffenster haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 50 Jahren.

Zunächst kommen zwar Investitionskosten auf Sie zu, auf lange Sicht sparen Sie sich jedoch Kosten für Wartung, Reparatur und Heizkosten.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft müssen Holzfenster gestrichen werden?

Wie oft Holzfenster gestrichen werden sollten, hängt davon ab, welchen Belastungen sie ausgesetzt sind. Sind die Holzfenster starker Witterung ausgesetzt, sollten sie jedes zweite Jahr gestrichen werden. Aber auch hell gestrichene Fenster bei normaler Witterung sollten jedes zweite Jahr gestrichen werden. Andernfalls kann es auch ausreichen alle 5 Jahre zu streichen.

Wann bzw. zu welcher Jahreszeit sollte ich streichen?

Am besten streichen Sie Ihre Holzfenster, wenn es weder regnet noch die Sonne zu stark scheint. Der Regen ruiniert den Anstrich sowie das Rauminnere, die Sonne kann die Farbe zu schnell trocknen lassen, sodass sich evtl. Fehler nicht mehr korrigieren lassen. 
Als Jahreszeit eignen sich Herbst und Frühling gut für den Fensteranstrich. Die Temperaturen sind weder zu hoch noch zu niedrig. Zu kalte Temperaturen können die Farbe abplatzen lassen.

Wer muss streichen – Mieter oder Vermieter?

Gemäß § 28 Abs. 4 der Berechnungsverordnung muss der Mieter nur Schönheitsreparaturen durchführen. Hierzu zählt lediglich das Fensterstreichen von innen. Der Vermieter muss den Außenanstrich vornehmen.
Enthält der Mietvertrag eine Klausel, die zum Streichen der Außenfenster verpflichtet, ist diese ungültig und entbindet den Mieter sogar von jeglichen Streichpflichten (auch innen).
Das gilt auch für den Auszug aus der Mietwohnung.

Wie verhält es sich bei einer Eigentumswohnung?

Außenfenster einer Eigentumswohnung zählen ausnahmslos zum Gemeinschaftseigentum. 
Muss ein Fenster gestrichen werden, müssen demnach alle Beteiligten der Eigentümergemeinschaft sich anteilig die Kosten tragen. Es kann aber auch in der Eigentümerversammlung abgestimmt werden, ob der Eigentümer der Wohnung das Streichen der Fenster zahlen muss. Die Mehrheit entscheidet.

Über Matthias Gottschalk
Matthias ist Verkaufsleiter bei Finstral. Er hat einen guten Draht zu seinen Kunden und spricht deren Sprache. Von Fenster/Haustüren und Wintergarteneigenschaften und -fachbegriffen kann er ein Lied singen.
Matthias Gottschalk